Es ist nie zu spät, in die Vollen zu Treten

Kürzlich nahm der fünfundsiebzigjährige David Bagshaw an einem 140 km langen Straßenrennen rund um den Lake Brunner in Neuseeland teil und landete als Zweiter in seiner Altersgruppe auf dem Podium. Es war keine leichte Fahrt. Die Rennstrecke hatte über 1200 Höhenmeter und David schaffte es, eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 31 km pro Stunde zu halten. Wir haben den begeisterten Supernova-Fahrer interviewt.

Wie fandest Du das Rennen?

David: Es war super! Während des Rennens hängte ich mich an eine gute Gruppe. Am Anfang war ich nicht sicher, ob ich das Tempo mithalten könnte, aber ich habe alles daran gesetzt, dabei zu bleiben. Mit der Zeit fand die Gruppe einen guten Rhythmus und wir wechselten uns immer vorne ab. Bei den letzten zwanzig Kilometern fühlte ich mich noch ziemlich kräftig und konnte gut mit der Spitze der Gruppe mithalten. Ich war stolz darauf, als Zweiter in meiner Altersklasse auf dem Podium zu stehen. Der Sieger war fünf Jahre jünger als ich und ich will hart trainieren, um meine Ausdauer zu verbessern, meine Geschwindigkeit zu erhöhen und um an weiteren Events teilzunehmen.

Wieso hast du plötzlich mit dem Radsport angefangen?

David: Vor sechs Jahren hatte mit Radsport nichts am Hut. Aber dann wurde bei mir Blasenkrebs diagnostiziert. Das war ein echter Schock. Nach der Operation erwähnte der Chirurg, dass körperliche Aktivität die Widerstandskraft meines Körpers steigern würde. Als ein Freund mir dann vorschlug, einer kleinen Radfahrergruppe, dem Team Squeeze beizutreten, schwang ich mich zum ersten Mal seit meiner Jugend aufs Rennrad.

Hat Dir das Radfahren geholfen, Dich vom Krebs zu erholen?

David: Absolut! Ich bin jetzt seit einigen Jahren in Remission, und mein Chirurg hat mir bei der letzten Untersuchung gesagt, dass mein intensives Training als Alltagssportler ein entscheidender Faktor meiner Genesung ist. Wieder gesund und fit zu sein, ist einfach super!

Wie war es, Dich mit siebzig Jahren aufs Rennrad zu schwingen?

David: Am Anfang war ich natürlich der schwächste Fahrer des Team Squeeze. Ich wurde auf der Heimstrecke immer wieder abgehängt, weil mir einfach die Puste ausging. Ohne die Hilfe von Mentoren hätte ich mich nicht so gut entwickeln können. Einer meiner Mentoren ist mein Schwager, George Jaksch, ein begeisterter Radfahrer, der uns vor einigen Jahren in Neuseeland besucht hat. Ich beklagte mich bei ihm:

“Bergauf bin immer so langsam.”

George sah mich erstaunt an: „Aber du wohnst doch am Berg!”

Dann schwangen wir uns auf die Räder und fuhren unseren langen, steilen Hügel siebenmal hinauf und herunter. Zu meiner Überraschung, fiel es mir zum Schluss leichter. Seitdem arbeite ich immer an meinem Bergspeed, und bin jetzt für meine Stärke bergauf bekannt, sogar unter jüngeren Fahrern. Heutzutage fahre ich regelmäßig mehr als 350 km pro Woche, und natürlich mehr, wenn ich für einen Event trainiere.

Was gefällt Dir am Radsport?

David: Mir gefällt, dass ich mich immer weiter verbessern kann. Und ich liebe die Kameradschaft! Es macht Spaß, mit anderen zu fahren. Es ist ein tolles Gefühl, wenn man mit einer Gruppe fährt und sich alle vorne abwechseln. Ich habe viele neue Freunde in der Radsportgemeinschaft gefunden. Es ist wunderbar, draußen zu sein und die großartige neuseeländische Landschaft zu erleben.

Das Gute ist, dass es immer neue Herausforderungen gibt. Zum Beispiel bin ich vor einem Jahr einem Radrennclub beigetreten und fand es zuerst recht schwer, selbst in der langsamsten Gruppe mitzuhalten. Aber ich bin dabeigeblieben, und wurde vor Kurzem eingeladen, mit der schnellen Gruppe zu trainieren, wo ich jetzt auch mithalten kann.

Was rätst Du älteren Radfahrern?

David: Hol’ das Fahrrad ‘raus und fahr los! Es macht nichts, wenn Du nicht fit bist. Der Körper passt sich an und wird schnell fitter. Das Radfahren mit Freunden macht mir so viel Freude! Ich liebe auch den argentinischen Tango, also tanze ich entweder auf den Pedalen oder auf der Tanzfläche!

Wie sieht es mit der Sicherheit im Straßenverkehr aus?

David: Gute Beleuchtung ist superwichtig! Ich fahre nie ohne meinen Supernova Airstream – auch bei Tageslicht, weil ich dann für andere Verkehrsteilnehmer viel sichtbarer bin. Und bei Nacht sind Supernova Scheinwerfer unschlagbar!

Vor ein paar Jahren bin ich mit einem Team in Neuseeland von Nelson nach Christchurch geradelt. Das sind über 450 km. Um dem starken Straßenverkehr zu entkommen, starteten wir um Mitternacht und fuhren dann durch die ganze Nacht. Ich hatte natürlich den Supernova Airstream dabei und genoss den superhellen Lichtteppich, der vom Vorderrad bis weit in die Ferne reichte.

Vielen Dank für das Interview, David. Wir hoffen, von Dir in der Zukunft mehr zu hören. Es ist fantastisch, dass auch reifere Hobbyathleten gerne in die Vollen treten.

Text: Mary Jaksch, Bilder: David Brunner