"Auf Dienstreise" Folge 10: Zwischen Sonnenaufgang und Bahnfrust

12/07/2026

Was Radpendler neben Muskelkraft antreibt – eine Momentaufnahme

 

Zum (vorläufigen) Abschluss unserer kleinen Blogserie, wollten wir von Euch wissen, warum Ihr pendelt und wie Eure Rahmenbedingungen sind. Eine Auswertung von über 40 Antworten zeigt vor allem eins: Wer einmal auf das Fahrrad umgestiegen ist, findet es super und bleibt fast immer dabei – trotz teils widriger Bedingungen.

📊 Die harte Statistik: Wer pendelt wie?

 

Die Stichprobe zeigt ein klares Bild:

Die Mehrheit fährt 3–5 Tage pro Woche – Radpendeln ist also kein Gelegenheitsverhalten, sondern Routine. Es ist bei vielen offensichtlich gut in den familiären und beruflichen Alltag integriert. Da die Teilnehmenden aus der Fahrrad- und Pendlerbubble kamen und die meisten sich sogar als “VollblutradfahrerInnen” bezeichnen, ist es wenig überraschend: Viele Befragte legen 20–40 km täglich zurück, einige sogar über 40 km. Das Fahrrad ist also kein reines Freizeit- oder Kurzstreckenverkehrsmittel, wie man in der Politik gerne glaubt. Ein Großteil fährt das ganze Jahr durch, während ein signifikanter Teil zumindest bei Regen oder Glätte pausiert. Je länger die Strecke ist, desto häufiger wird das Fahrrad unter der Woche auch mal gegen Auto oder öffentliche Verkehrsmittel getauscht.
Das Einzige, was negativ auffällt, ist ein Mangel an Sicherheitsgefühl, das durchschnittlich zwischen 6 und 8 (von 10) bewertet wurde. Hier gibt es deutlichen Verbesserungsbedarf, obwohl viele von Euch ihre Routen sicher schon optimiert haben.


 

❤️ Warum Menschen wirklich aufs Rad steigen

 

Die Top-Motive sind aus den oben genannten Gründen konsistent:

  1. Spaß am Fahren

  2. Mentale Gesundheit / Stressabbau

  3. Körperliche Fitness

  4. Verlässlichkeit gegenüber Auto & ÖPNV

Spannend ist hier vor allem die Kombination aus rationalen und emotionalen Gründen. Die meisten sind tatsächlich aufs Rad gewechselt, weil Verspätungen und der „kollabierte Nahverkehr” ihnen den letzten Nerv geraubt und sie schnell gemerkt haben, dass es mit dem Fahrrad schöner, gesünder und deutlich verlässlicher geht. Ein Teilnehmer bringt es perfekt auf den Punkt:

„Habe mit dem Fahrradpendeln einen Teil meiner Zeit zu Qualitytime gemacht, die vorher geprägt war von Genervtheit und Frustration.“

Das Fahrrad ersetzt also nicht nur ein anderes Verkehrsmittel – es transformiert zumindest für sportlich aktive Menschen „verlorene Zeit“ in Lebenszeit. 

 

 


 

🌅 Die schönsten Momente: Natur schlägt Infrastruktur

 

RadpendlerInnen sind gerne draußen mit einem wachen Blick auf ihre Umwelt unterwegs und brauchen die körperliche Betätigung als Ausgleich. Das zeigen die offenen Antworten sehr eindeutig:

  • Sonnenaufgänge sind der absolute Klassiker

  • Naturerlebnisse (Tiere, Jahreszeiten, Wetter) und die tägliche Abwechslung werden regelmäßig genannt

  • Der Abbau von Arbeitsstress und das entspannte Ankommen zuhause heben auch einige hervor.  

Zum letzten Punkt gab es eine treffende Aussage zum schönsten Moment, die sicher viele nachvollziehen können:

 „Wenn ich zu Hause ankomme und nicht mehr weiß, was ich auf Arbeit gemacht habe ;)“ 

 

 


 

⚠️ Was nervt: Es könnte so schon sein, aber…

 

Kommen wir zu einem unangenehmen Thema. Das ständige Predigen von Miteinander, Rücksicht und Regeltreue dringt offenbar nicht zu motorisierten PendlerInnen durch und auch bei den  Verantwortlichen in Politik und Verwaltung gibt es erheblichen Nachholbedarf. So unterschiedlich die Streckenlängen sind – die größten Probleme sind leider homogen:

1. 🚗 Autofahrer

  • zu geringer Abstand

  • aggressives Verhalten

  • Falschparker

2. 🛣️ Infrastruktur

  • schlechte oder plötzlich endende Radwege

  • Baustellenführung

  • Flickenteppich statt Netz

3. ❄️ Wetter & Bedingungen

  • Eis, Schnee, Nässe

  • schlechte Räumung

Nicht das Wetter ist also Nervfaktor Nr. 1 – sondern inkonsistente Verkehrssysteme, das zeigen auch die Antworten beim Verbesserungspotenzial - fast zwei Drittel wünschen sich mehr oder besser ausgebaute Radwege oder Maßnahmen für eine sichere Infrastruktur. Der Eindruck verfestigt sich auch dadurch, dass Teilnehmer mit „weitgehend autofreien“ Strecken ihre Sicherheit deutlich höher bewerten.


🧠 Der wichtigste Insight: Kontrolle schlägt Komfort

Das führt dann auch zu einem roten Faden, der sich durch nahezu alle Antworten zieht:

Sicherheit und Planbarkeit sind wichtiger als Bequemlichkeit.

Deshalb nehmen Viele längere oder anstrengendere Wege in Kauf, um:

  • unabhängig zu sein

  • zuverlässig anzukommen

  • Stress zu vermeiden

 

 


 

🏁 Fazit: Radpendler sind die unterschätzte Mehrheit von morgen

 

Diese Umfrage zeigt, was wir schon immer wussten oder zumindest ahnten:

  • Radpendeln funktioniert auch auf langen Strecken

  • Schöne Momente gibt es nahezu täglich 

  • Motivation ist überwiegend intrinsisch

  • Infrastruktur bleibt der entscheidende Hebel

Oder, kurz gesagt – in den Worten eines Teilnehmers, denen wir nichts mehr hinzuzufügen haben: 

„Take the Bike!!“

 

 

Produits à longue durée de vie, jusqu'à 5 ans de garantie

Compensation certifiée des émissions de CO2 liées au transport (par exemple DHL GoGreen Plus / UPS CO2 Mitigation)

Produits sans PVC et prévention des déchets plastiques

Eco-Stream et Wind Gas de Green Planet Energy 

Parc de véhicules composé de véhicules ou de roues électriques

Emballage de transport, certifié FSC + recyclable